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Schule im Zeitalter der Digitalisierung

Wie die Furtwanger Schulen zu schnellem Internet kamen

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und macht auch vor den Schulen nicht halt. Auf Seiten der Schulverwaltung werden elektronische Medien schon sehr lange eingesetzt: Zur Verarbeitung und Speicherung der Schüler- und Lehrerdaten, zur Erstellung der Stundenpläne, zur Kommunikation. Die Nutzung von Laptop, Tablet und Co. im Unterricht steckt jedoch noch in den Kinderschuhen – und stellt die Schulen vor große Herausforderungen. Schließlich müssen die Geräte für einen reibungslosen Unterrichtsablauf einwandfrei funktionieren und gewisse Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Der klassische Informatik-Unterricht – wie es ihn schon seit Jahrzehnten gibt – hat sich stark gewandelt. Saßen die Schüler früher noch vor großen Röhrenbildschirmen und lernten die Grundlagen von Tabellenkalkulation und Textverarbeitung, zählt dies heute beinahe schon zu den Basics, die die Grundschüler bereits im Schlaf beherrschen. Heute stehen in den Klassenzimmern kompakte High-Tech-Geräte mit Flachbildschirmen – oder gar Tablet-PCs –, der staubige Tageslichtprojektor wurde durch eine Dokumentenkamera ersetzt, der Fernsehwagen hängt in Form eines Beamers an der Decke und das Klassenbuch gibt es oftmals nur noch in digitaler Form. Alles ist miteinander vernetzt. Und dann wäre da auch noch das Internet. Das hat heutzutage beinahe jeder Schüler auf seinem Smartphone immer mit dabei.

Die unzureichende Versorgung mit schnellem Internet erschwerte das Unterrichten erheblich. Daher entschied man sich bereits vor drei Jahren – als der Breitbandausbau noch in weiter Ferne lag – zur Anbindung desOtto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule Furtwangen (OHG)an ein Glasfaser-Backend via Richtfunk. Über diese Funkstrecke kommt das schnelle und stabile Internet nun auch bis hoch zum Schulzentrum am Oberen Bühl. Mit einer weiteren Richtfunkstrecke wurden außerdem dieAnne-Frank-Grundschuleund dieWerkrealschule am Ilbenmit dem OHG vernetzt. Somit steht den Schulen heute eine symmetrische Internetverbindung mit 1 GBit/s zur Verfügung, eine Verbesserung von DSL 16.000 auf DSL 1.000.000 also. Die Kosten für den Internetanschluss sind hingegen um fast 70% gesunken, denn alle Schulen nutzen nun einen gemeinsamen Anschluss.

Initiiert wurde das Highspeed-Internet als Teil eines Gesamtprojektes von der Gütenbacher IT-FirmaNetzint.Dabei ging es nicht nur um die Versorgung der Schulen mit schnellem Internet, auch die Vernetzung der Schulen untereinander war ein Thema. Und deren zentrale Verwaltung. Das OHG ist längst als dauerhafter Schulstandort festgelegt, außerdem war dort bereits ein klimatisierter Serverraum vorhanden, daher fiel die Entscheidung für diesen Standort als Zentrale leicht. Der Server ist sozusagen das Herzstück des ganzen Projektes. Jede Schule verfügt über einen eigenen, abgetrennten Bereich zur Speicherung der Daten – Aktualisierungen und Änderungen werden von hier aus automatisch ins System eingespielt. Auch Wartungsarbeiten und die Durchführung von Sicherheitsdiensten erfolgen zentral – für alle Schulen, für jedes einzelne Gerät. Denn im Zuge des Projektes wurden zudem Großteile der Hard- und Software – also PCs, Drucker, Scanner und die benötigten Programme – vereinheitlicht und gesammelt beschafft. Dadurch können 60% der bisherigen Kosten für Server, Soft- und Hardware eingespart werden. Nicht zu vergessen: Der Betreuungsaufwand durch Lehrkräfte. War bisher an jeder Schule ein Lehrer als Netzwerkberater für ein funktionierendes Netz verantwortlich, so ist dies heute die Firma Netzint. Diese kümmert sich um das gesamte Projekt, also auch darum, dass die Schulcomputer in einem unterrichtstauglichen Zustand gehalten werden. Dazu sind sie mit einer von Netzint mitentwickelten Schulnetzwerklösung ausgestattet. Da es sich dabei um ein Open-Source-Produkt handelt, ist dessen Nutzung auch für die Zukunft gesichert. Bei jedem Neustart der PCs werden alle Änderungen zurückgesetzt und Aktualisierungen, z.B. durch Updates oder neue Software, automatisch an die Rechner übertragen. Somit ist sichergestellt, dass alle Schulcomputer mit demselben Betriebssystem und der gleichen Software ausgestattet sind. Außerdem beinhaltet die Schulnetzwerklösung eine ganze Palette an pädagogischen Funktionen, beispielsweise den Klassenarbeitsmodus oder die Internetsperre inkl. WLAN-Management. Somit steht einem reibungslosen Unterrichtsbeginn und -ablauf nichts mehr im Wege. Unterm Strich konnte der Betreuungsaufwand durch Lehrkräfte um insgesamt 90% gesenkt werden. Ursula Kiefer, Schulleiterin des Otto-Hahn-Gymnasiums, bringt das Vorhaben auf den Punkt: „Das Projekt hat uns zwei große Vorteile eingebracht: Wir haben endlich eine schnelle und zuverlässige Internetverbindung und unsere Lehrkräfte haben mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe, das Unterrichten. Wenn die Schulstunde beginnt, kann der Unterricht auch sofort starten.“



Computerraum am OHG: Alle PCs verfügen über einen einheitlichen Desktop. Bei jedem Neustart werden die Änderungen zurückgesetzt und Aktualisierungen, z.B. durch Updates oder neue Software, automatisch an die Rechner übertragen.